JEDE amerikanische Universität verlangt von ausländischen Bewerberinnen und Bewerbern den TOEFL: "Test of English as a Foreign Language". Dieser Test ist global (!) einheitlich und wird durch eine zentrale Agentur in Princeton, New Jersey verwaltet. Es gibt mehrere "Test Dates" übers Jahr verteilt (wiederum global, d.h. auf der ganzen Welt am selben Tag), die in "Test Centers" stattfinden (mindestens März, Juni, August, Dezember).
Der TOEFL ist im Sommer 1995 inhaltlich verändert
worden. Unter dem URL
<http://www.taube-online.de/USA/TOEFL.html> findet Ihr einen
kleinen (alten) Bericht zum TOEFL mit ausführlichen Details zu
diesen Aenderungen, geschrieben von Janine Willms <Janine.Willms at arbi.informatik.uni-oldenburg.de>. Die
größte Änderung seitdem war 1998 die Einführung
des computergestützten TOEFL, der in den meisten
europäischen Test Centers an den meisten Test Dates den
papierbasierten TOEFL abgelöst hat.
Über aktuelle Änderungen des TOEFL-Modus berichtet der Webserver des "Educational Testing Service".
Beim TOEFL werden Punkte verteilt (je nach Jahr bis zu 680); man kann nicht im engen Sinn durchfallen, sondern man muß eine bestimmte Punktzahl erreichen. Verschiedene Unis wollen verschiedene Punktzahlen. Wenn eine Uni Bewerberinnen/Bewerber mit niedrigerer Punktzahl auch nimmt, müssen; sie i.d.R. an einem unter Umständen recht aufwendigen Sprachkurs zusätzlich zu den normalen Seminaren und Vorlesungen teilnehmen. Die folgenden Zahlen sind unverbindliche Richtwerte: Über 600 ist die Zulassung sicher, über 550 ist die Zulassung als Undergraduate i.d.R. sicher, über 500 kommt es auf die Uni an, unter 500 geht nirgendwo mehr was. Welche Unis welche Punktzahl verlangen kann man z.B. der aktuellen Ausgabe von "Barron's Profiles" entnehmen (siehe Frage Amerika-Häuser u.a.) oder direkt bei den Universitäten anfragen.
Mit fünf bis sieben Jahren Schulenglisch sollte man sich, natürlich eingeschlossen den nachzuholenden Lernaufwand, und wenn der Schulabschluß nicht gerade zehn Jahre her ist, auf 550-Punkte-Niveau bewegen können (meine Meinung, YMMV).
ACHTUNG: Das Ergebnis des TOEFL gilt genau zwei Jahre. Wenn man den TOEFL also abgelegt und sich dann erfolglos um ein Stipendium oder einen Studienplatz in den USA beworben hat, muß man bei einer Neubewerbung auf das Datum des alten Tests achten!
Zur ANMELDUNG besorge man sich das jährlich erscheinende "TOEFL Bulletin of Information" in einem Amerika-Haus, oder mit einem kurzen, höflichen Briefchen an
Oder auch als Adobe Acrobat 4.0-Datei vom ETS-Webserver unter dem URL <http://www.ets.org/>. Auf dieser Website gibt es darüber hinaus auch Übungsfragen, eine Bestellmöglichkeit für die offiziellen Trainingsmaterialien, Testsoftware zum Download und Links zu allen Tests, die von ETS durchgeführt werden (GRE, GMAT, LSAT, etc.).
In der Broschüre und auf dem ETS-Webserver finden sich auch Test Dates, mögliche Test Centers und eine Liste von offiziellen Übungsmaterialien, die man bestellen kann. Die Anmeldung kostet inzwischen deutlich über 100 Dollar. Das Ergebnis des Tests wird direkt an die Uni geschickt, an der man sich bewirbt, das muß man also nicht selber machen. Auf dem Anmeldebogen kann angegeben werden, an welche Unis das Ergebnis geschickt werden soll. Das Test Center wird der Kandidatin/dem Kandidaten jeweils zugewiesen, man hat dabei zwei Präferenzen. (Es ist aber durchaus schon passiert, daß Leute von Freiburg nach Hamburg fahren mußten, o.ä ...)
Test Centers in Deutschland sind derzeit in folgenden Städten;
Janine Willms <Janine.Willms at arbi.informatik.uni-oldenburg.de>
schreibt über ihre Testerfahrungen:
Allgemein soll es beim TOEFL darum gehen, seine Kenntnisse im Bereich der englischen Sprache unter Beweis zu stellen. Dies wird evtl. erschwert durch unbequeme Klappstühle mit eingebauten Tischen, die bequemes Sitzen unmöglich machen, lange Wartezeiten (3/4 h) bis alle (in Hamburg waren es 100) Teilnehmer ihre Unterlagen abgegeben und ordentlich von vorne nach hinten die Reihen füllend Platz genommen haben.
Auf Tonband werden auf englisch alle Anweisungen dafür gegeben, wie man seine Unterlagen auszufüllen hat. Schön langsam, damit dies auch alle mitkriegen. Dabei kann man dann auch schon einmal üben, wie man Ovale mit Bleistift schön säuberlich ausfüllt, so daß die darunterligende Ziffer nicht mehr sichtbar ist. Dies wird für den TOEFL-Test wichtig sein, in dem man immer jeweils ein Oval von 4 als Lösung (oder durch Raten) für eine Frage auswählen und ausfüllen muß.
Der Test besteht aus DREI TEILEN, die zusammen 140 Fragen umfassen und formell etwa 110 bis 120 Minuten dauern (aber man sollte für den ganzen Vorgang mehr Zeit einplanen). Der erste Teil ist "Listening Comprehension" (Hörverständnistest, bei dem vom Band ein Text gesprochen wird, über den Fragen zu beantworten sind, 40 Minuten/50 Fragen); dann "Structure + Written Expression" (25 Min./40 Fragen); schließlich "Reading Comprehension + Vocabulary" (45 Min./50 Fragen). Es wird sehr genau auf formellen Kram geachtet, da der Test so stark normiert ist. Man sollte sich dran halten. Sogar die einschlägigen Tricks sind in den einschlägigen Übungsunterlagen beschrieben ...
Seit 1988 gibt es den TWE ("Test of Written English"), der bei manchen Test Dates (siehe "Bulletin") mitgegeben wird. Scheinbar haben damals viele amerik. Unis nach so etwas verlangt. Man muß dabei in 30 Minuten ein Essay über ein vorgegebenes Thema schreiben, das dann auf einer Skala von 1.0 aufwärts bis 6.0 bewertet wird (bei 6.0 ist man in schriftlichem Englisch völlig flüßig und selbständig). Das Ergebnis des TWE fließt NICHT in die TOEFL-Punktzahl mit ein und wird getrennt auf dem TOEFL-Transkript vermerkt. Ich habe bis jetzt von keinem Fall gehört, in dem das TWE-Ergebnis für eine amerik. Uni entscheidend bei der Zulassung oder Ablehnung war.
Zum ENGLISCHTRAINING: Beim TOEFL-Office in Princeton/der Filiale in Arnhem sollte man sich die im TOEFL-Bulletin angebotenen Materialien bestellen, um ein Gefühl für die wahrscheinlich ungewohnte Form des Tests zu bekommen: Alle drei Teile des TOEFL sind "multiple choice", die Choice wird gemacht, indem man mit Bleistift eines von vier kleinen Ovalen ausmalt (Beispiele finden sich reichlich im TOEFL-Übungsmaterial). Für deutsche Klausurenschreiber immer wieder eine unerschöpfliche Quelle der Heiterkeit ... :-)
Da nach wie vor deutsche Englischlehrer sehr oft der Meinung sind, Oxford English sei tatsächlich eine gesprochene Sprache und kein Standard (tatsächlich ist es umgekehrt ... :-) ), ist der Hörverständnisteil für viele wahrscheinlich die Crux der ganzen Sache. Dazu stehen unten die besten Tips. Grundregel: hören, hören, hören! Wenn man schon keine Gelegenheit zum Sprechen hat. Vokabeln gezielt zu pauken hat i.d.R. weniger Sinn als die alten Grammatikübungen aus der Schule wieder rauszukramen, viel zu lesen und dabei immer wieder Vokabeln nachzuschlagen. Je länger man in der Schule Englisch hatte, um so leichter wird einem das Wiederholen wahrscheinlich fallen.
Größere Unis haben übrigens oft ein Sprachenzentrum (z.B. Uni Stuttgart), in dem man an SPRACHKURSEN teilnehmen kann. Alternativ bieten einige größere anglistische Institute Sprachkurse für Nicht-Anglisten an (z.B. Uni München). Ansonsten gibt es auch Volkshochschulen mit Englischkursen, die man zumindest in Erwägung ziehen sollte. Wenn das Geld vorhanden ist, kann man natürlich auch an einem Sommersprachkurs in den USA/notfalls England teilnehmen. Ein Auslandssprachkurs kann unter Umständen auch durch ein Kurzzeitstipendium vom DAAD gefördert werden.
Interessante Alternative - ein "Homestay" mit Sprachtraining in Hawaii! "English as a Second Language by Homestay" wird z.B. angeboten von Dan Janik unter dem URL <http://www.tcfb.com/aesx>.
Die folgenden Bücher sind - "closer to home" - bei der Vorbereitung zu Hause sehr hilfreich:
Der Knackpunkt für die meisten Leute ist das Hörverständnis. Einige Möglichkeiten, das Ohr auf die hierzulande eher ungewohnte amerikanische Aussprache zu trainieren:
Weitere Tips zum TOEFL-Training von Alexander Schömig <schoemig at informatik.uni-wuerzburg.de>:
Die einhellige Meinung war, daß die Hörverstehensübung einerseits sehr ungewohnt sei und andererseits schwer zu trainieren ist. Die meisten hatten hier wohl am schlechtesten abgeschnitten. Ich empfehle den Testkandidaten von meiner Fakultät täglich AFN zu hören. (In Würzburg sind die HQs der 3rd Inv. Div. mit ca. 5000 Amerikanern; AFN ist im Äther und am Kabel.) Ferner empfiehlt es sich SitComs wie Golden Girls oder Herman's Head im Originalton anzusehen und zu HÖREN, falls ein entsprechend ausgestattetes Gerät zur Verfügung steht. Oder wer Kabel/Schüssel hat sollte sich öfters mal Nachrichten und Talkshows auf Sky, CNN und NBC-Superchannel antun. Die Übungsunterlagen, die man zum TOEFL bekommen kann, sind ebenfalls zu empfehlen, zumindest übt man schon mal die Ovale auszufüllen. :-)
Bei der Hörverstehensübung, die mitgeliefert wird, kann man aber je nach Fachgebiet einen falschen Eindruck bekommen: Ich hatte seinerzeit als Übung etwas über Primzahlen (leicht zu verstehen für'n Mathe-Informatiker) und live vor Ort ging's dann um die Milchenzymverdauung im Magen wenn man Joghurt ißt. War saublöd!